Was man über die vegane Ernährung von Katzen wissen sollte
Nach den Erfahrungsberichten und dem Ratgeber zur veganen Hundeernährung von Experten geht es heute um die pflanzliche Fütterung von Katzen.
Zuerst werden drei häufige Vorurteile darüber widerlegt. Dann erfährst du, welche Nährstoffe für Katzen besonders wichtig sind.
Vorurteil Nr. 1: Katzen pflanzlich zu ernähren ist nicht artgerecht und unnatürlich
Der Begriff artgerecht wird benutzt, um auszudrücken, dass die Tierhaltungsformen an die natürlichen Lebensbedingungen und Verhaltensweisen von Tieren angelehnt sind. Es wird hierdurch – vorrangig von der Tierprodukte-Industrie – suggeriert, zumindest einige ihrer Bedürfnisse würden berücksichtigt. Doch die Haltungsbedingungen der sogenannten „Nutztiere“ sind nicht ansatzweise artgerecht, sondern erzeugen großes Tierleid.
Zudem muss man bedenken, dass es sich auch bei unseren tierischen Mitbewohnern nicht um Wildtiere handelt. Sie sind domestiziert und haben sich an das Leben mit Menschen angepasst. Hauskatzen werden gefüttert und erlegen ihr Futter nicht selbst. Daran ist per se nichts natürlich.
Damit unsere Tiere glücklich und zufrieden leben können, müssen ihre Bedürfnisse gestillt werden. Um ihre Ernährungsbedürfnisse zu erfüllen, brauchen sie leckeres, möglichst abwechslungsreiches und gesundes Futter mit allen notwendigen Nährstoffen. Und genau das ist auch bei Katzen durch eine vegane Ernährung möglich, nur komplizierter als bei Hunden. Übrigens enthalten auch konventionelle Futtermittel Zusatzstoffe, da dies unvermeidbar ist!
Vorurteil Nr. 2: Es ist ungesund, Katzen rein pflanzlich zu füttern
Das ist keineswegs der Fall, wenn Katzen korrekt vegan ernährt werden und sie alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Menge und Qualität bekommen. (Mehr dazu weiter unten.) Es existieren auf dem Markt inzwischen einige vegane Alleinfuttermittel für Katzen. Auch gibt es Ergänzungsfuttermittel, z. B. ein Präparat mit Omega-3-Fettsäuren, die man zusätzlich zum Futter geben kann. Um die Bedarfsdeckung seiner Katze sicherzustellen, sollte aber ein auf die pflanzliche Ernährung spezialisierter Tierarzt aufgesucht werden.
Darüber hinaus kann die vegane Ernährung auch bei Katzen helfen, Erkrankungen vorzubeugen. In fleischhaltigen Futtermitteln gibt es Rückstände von Antibiotika und Medikamenten, die sich in den Organen ablagern. Einige Hersteller von konventionellem Tierfutter fügen ihren Produkten auch noch minderwertige Zutaten wie z. B. Geschmacksverstärker und Zucker hinzu.
Vorurteil Nr. 3: Vegane Ernährung von Katzen ist übertrieben und unnötig
Aus tierethischer Sicht sollen nichtmenschliche Lebewesen nicht unnötig leiden, was aber bei der Erzeugung von Tierprodukten der Fall ist.
Übrigens: Wer meint, für konventionelles Tierfutter würden nur „Schlachtabfälle“ verwendet, die durch die Erzeugung von Waren für den menschlichen Verzehr anfallen, liegt falsch. Zunehmend werben Futtermittelhersteller beispielsweise mit Formulierungen wie reines Muskelfleisch kaufwillige Kunden an. Diese Unternehmen verdienen Milliarden und unterstützen den Profit der Fleischindustrie. Zudem führen viele von ihnen noch immer grausame Tierversuche für ihre Produkte durch.
Hier findest du weitere Gründe für die rein pflanzliche Ernährung von Katzen und Hunden.

Für Katzen besonders wichtige Nährstoffe
Zur Gesunderhaltung benötigen Katzen neben Proteinen, Fetten und Ballaststoffen weitere notwendige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Einige davon sind für sie extrem bedeutsam und sogar lebenswichtig! Diese müssen besonders berücksichtigt und in den Futtermitteln im richtigen Maß enthalten sein bzw. supplementiert werden. Diese Stoffe erfüllen verschiedene Funktionen:
- Proteine erhalten die Körpersubstanz.
- Fettsäuren Linolsäure und Arachidonsäure für Haut und Fell und zur Bildung hormonähnlicher Stoffe.
- Taurin zur Synthese der Gallensalze.
- Vitamine A, B3 (Niacin), B12, C, D, E, K, Thiamin und Biotin B. für den Knochenstoffwechsel, gesunde Haut und Fell, die Sehkraft und das Immunsystem.
- Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod, Selen und Zink sind lebensnotwendige Substanzen; z. B. wichtig für Herz, Muskeln und Skelett.
- L-Carnitin (Eiweißverbindung) für die Herzfunktion.
- Arginin und Methionin sind essenzielle Aminosäuren zum Aufbau von Körpereiweißen und für den Harnstoffzyklus.
Zum Schluss ein kurzer Appell
Bei dem Thema leidfreie, vegane Ernährung – egal ob für Mensch oder Tier – geht es vorrangig um Ethik. Darum, was wir tun sollen, um gut und somit moralisch zu handeln. Und hier muss zwangsläufig das Wohl aller im Fokus stehen, die von einer möglichen Handlung betroffen sind bzw. sein werden. Das sind in diesem Fall die Tiere, die unter der Erzeugung der Tierprodukte leiden müssen und die Katzen, die gesundes Futter benötigen. Weil durch Tierprodukte zwangsläufig Tierleid erzeugt wird, sollen diese vermieden werden. Da es möglich ist, Katzen pflanzlich zu füttern, sollte sich jeder Katzenhalter zumindest darum bemühen, dies umzusetzen. Denn jedes Lebewesen hat es verdient, ein würdevolles Leben ohne unnötiges Leid zu führen.
Was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund vegan füttern will?
Warum es sinnvoll ist, auch seine Haustiere rein pflanzlich zu ernähren, kannst Du in unserem Blogartikel „4 gute Gründe für die vegane Ernährung von Hunden und Katzen“ nachlesen.
In diesem Artikel erhältst Du nun ausführliche Ratschläge von der Tierärztin Lisa Walther zur veganen Fütterung von Hunden. Sie beantwortet folgende Fragen:
- Wie kann man herausfinden, ob das vegane Fertigfutter bedarfsdeckend ist?
- Was muss man beachten, wenn man die veganen Futterrationen für seinen Hund selbst zubereiten will?
- Wie kann man feststellen, ob der vegan ernährte Hund gesund ist?
Ein ausführlicher Ratgeberartikel der Tierärztin Lisa Walther über die rein pflanzliche Hundeernährung
In Deutschland ernähren sich 1,41 Millionen Menschen vegan (Stand 2020). Sie verzichten komplett auf den Konsum tierlicher Produkte. Dem eigenen Vierbeiner seine tägliche Fleischportion zuzubereiten, fällt vielen Veganern sehr schwer. Immer häufiger wird deshalb auf rein pflanzlich zusammengesetzte Futtermittel zurückgegriffen oder gar selbst der grüne Kochlöffel geschwungen. Doch ist eine vegane Ernährung unserer Lieblinge überhaupt möglich und worauf sollte man dabei achten?
Entgegen der Meinung vieler Kritiker ist es durchaus machbar, einen Hund vegan zu ernähren, ohne dass dieser einen Mangel erleidet. Mittlerweile ist die Zusammensetzung vieler pflanzlicher Rohstoffe gut erforscht. Die Nährstoffe, die ein Hund zum Überleben braucht, sind fast alle auf natürliche Weise verfügbar. Trotzdem ist es wichtig, die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse seines vierbeinigen Begleiters zu kennen. Sowohl bei der Fütterung eines Fertigfutters als auch bei der eigenen Rationsgestaltung kann man viele Fehler machen, die im schlimmsten Fall gesundheitliche Auswirkungen haben.
Wie kann ich selbst beurteilen, ob ein veganes Fertigfutter bedarfsdeckend für meinen Hund ist?
Als mündiger Tierbesitzer sollte man darüber informiert sein, was die Deklaration auf der Verpackung bedeutet.
Laut gesetzlich festgeschriebener Definition sind ausschließlich „Alleinfuttermittel“ in der Lage, den Bedarf an allen notwendigen Nährstoffen in der richtigen Menge zu decken. „Einzel“-und „Ergänzungsfuttermittel“ erfüllen diesen Anspruch nicht. Ihnen müssen Zutaten beigefügt werden, um einen Mangel zu vermeiden. Bei der Berechnung entsprechender Rezepte sind spezielle Ernährungsberater für Kleintiere behilflich.
Anhand der Zutatenliste kann man sich einen Eindruck von der Zusammensetzung des Futters machen. Verschiedene Rohstoffe stehen im Verdacht, Krankheiten zu verursachen. So möchten viele Hundehalter auf die Fütterung von glutenhaltigem Getreide verzichten, da diese immer häufiger als Allergieauslöser in den Blickpunkt geraten.
Auch Zusatzstoffe werden auf dem Etikett des Fertigfutters aufgelistet. Hierunter befinden sich die Stoffe, die nicht oder nicht ausreichend durch die pflanzlichen Zutaten geliefert werden konnten. Veganen Alleinfuttermitteln sollte zum Beispiel immer Taurin zugefügt sein. Auch der Zusatz anderer essentieller Stoffe wie Vitamin B12, Carnitin, Kupfer, Zink und einiger Aminosäuren lässt sich in der Regel nicht vermeiden. Fehlen Zusatzstoffe auf der Deklaration, die ein Alleinfuttermittel ausweist, ist es ratsam, einmal genauer bei den Herstellern nachzufragen und gegebenenfalls fehlende Stoffe zu ergänzen.
Interessant zu wissen: Die Verwendung von Zusatzstoffen ist auch bei nicht-veganen Futtermitteln unumgänglich und kein Merkmal mangelnder Qualität!
Worauf muss ich achten, wenn ich das vegane Futter für meinen Hund selbst zubereiten möchte?
Wie bereits erwähnt, gibt es viele hochwertige Rohstoffe auf pflanzlicher Basis, die den Hund mit gut verdaulichen Nährstoffen versorgen. Man sollte allerdings beachten, dass sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss verschiedener Stoffe gesundheitliche Probleme verursachen kann. Welche Zutat in welcher Menge verfüttert werden kann, sollte nicht willkürlich, sondern durch einen Ernährungsberater bestimmt werden.
Ganz allgemein kann man sagen, dass eine optimale vegane Ration aus gut verwertbaren Eiweiß-Lieferanten, qualitativ hochwertigen Kohlenhydraten und günstig zusammengesetzten Fetten besteht. Dabei verfügen Soja und Lupinen über eine gute Aminosäurenzusammensetzung. Kartoffeln, Süßkartoffeln, aber auch Pseudogetreide wie Amarant, Quinoa und Buchweizen liefern neben verschiedenen Vitalstoffen viel Energie. Öle wie z. B. Leinöl, Nachtkerzenöl und Distelöl wirken u. a. positiv auf die Haut, das Fell und das Immunsystem. Erst langsam in den Fokus gelangen die Fettsäuren EPA und DHA, die vom Hund aus Alpha-Linolensäure synthetisiert werden können, aber in natürlicher Form fast ausschließlich in Algen und Fisch vorkommen. Da die Syntheseleistung unserer Vierbeiner wahrscheinlich begrenzt ist, sollten in guten veganen Rationen EPA und DHA-haltige Algenprodukte ergänzt werden.
Eine günstige Auswirkung auf den hündischen Organismus haben viele Obst- und Gemüsesorten, die neben Fasern und Ballaststoffen auch zahlreiche Vitamine sowie Mengen- und Spurenelemente enthalten. Für eine optimale Verwertung sollten diese geraspelt, gemixt oder gekocht werden.
Beim Kochen gilt: Alle Zutaten, die auch vom Menschen erhitzt werden (Kartoffeln, Reis, Hirse usw.), sollten für unsere Vierbeiner ca. doppelt so lange im Wasserbad verbringen. So erreicht man die bestmögliche Verdaulichkeit.
Natürlich muss außerdem beachtet werden, dass einige Obst- und Gemüsesorten giftig sind und unter keinen Umständen im Futternapf landen dürfen! Hierzu zählen Zwiebeln, Knoblauch, Weintrauben, Rosinen, Avocados und rohe Kartoffeln.
Genau wie beim Fertigfutter müssen auch bei selbst zubereiteter Nahrung einige Stoffe zugesetzt werden. Hierfür gibt es spezielle Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform, die Taurin und Co. liefern.

Wie kann ich herausfinden, ob mein Hund trotz veganer Ernährung gesund ist?
Unglücklicherweise wird der Einfluss der Ernährung auf die Gesunderhaltung unserer Haustiere noch häufig unterschätzt. Tatsächlich gibt es wissenschaftlich ermittelte Höchst- und Mindestwerte für alle relevanten Nährstoffe.
Es stellt sich die Frage, welche Tests eine Aussage darüber zulassen, ob der Hund durch seine Ernährung gut versorgt wird. Viele Tierärzte bieten dazu die Erstellung spezieller Blutbilder (häufig „Barf-Profil“ genannt) an, die aufzeigen sollen, ob alle Nährstoffe in der richtigen Menge zugeführt werden. Die Ergebnisse sind in der Regel leider nicht sehr aussagekräftig. Auf Kosten verschiedener Organfunktionen wird der Blutspiegel auch bei signifikantem Mangel oder Überschuss häufig noch über Jahre konstant gehalten. Dadurch können beispielsweise Knochen durch Abbau von Kalzium instabil werden, die Werte im Blut liegen aber noch im Referenzbereich. Dass tatsächlich etwas nicht stimmt, fällt häufig erst auf, wenn bereits Schäden entstanden sind. Sinnvoller ist es, im großen Blutbild u. a. die Organparameter zu überprüfen. Dadurch erhält man Hinweise darüber, ob Niere, Leber, Schilddrüse und andere Organe noch gut funktionieren. Alle können durch eine ungünstig zusammengesetzte Ration Schaden nehmen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte die selbst praktizierte Fütterungsmethode von Beginn an kritisch hinterfragt werden.
Kann es sich bei meinem veganen Fertigfutter tatsächlich um ein Alleinfuttermittel handeln? Falls ich die Nahrung selbst zubereiten möchte, sollte ich mir Fragen stellen wie z. B.: Gibt es in meiner Nähe einen auf Tierernährung spezialisierten Fachmann? Ist dieser offen gegenüber der veganen Ernährung? Hat er Erfahrung? Die Rationsüberprüfung und ihre ggf. notwendige Anpassung durch ein Computerprogramm stellt den aktuellen Goldstandard bei der Beurteilung der Fütterungsqualität dar. Sie ist noch immer den anderen Testmethoden überlegen.
Fazit: Nichts spricht gegen eine gut geplante vegane Ernährung von Hunden
Werden die genannten Punkte beachtet, so steht die pflanzenbasierte Fütterung anderen Methoden in nichts nach. Unsere Hunde sind keine Wölfe mehr und haben sich der menschlichen Ernährungsweise angenähert. Die Verdauung gut aufgeschlossener pflanzlicher Rohstoffe stellt für den Hundedarm kein Problem dar. Die bedarfsgerechte Versorgung mit allen Nährstoffen ist durchaus machbar. Das Feedback zahlreicher Besitzer bestätigt, dass auch die vegane Ernährung einem gesunden, glücklichen und vor allem langen Hundeleben nicht entgegensteht.
Die Autorin dieses Artikels ist die Tierärztin Lisa Walther, erreichbar unter der E-Mail-Adresse info@dietpet.vet.
Hier findest Du weitere Infos zum Thema:„Welche Erfahrungen machen Tierärzte mit veganer Hundeernährung?“ Prof. Dr. Iben von der VetMed Wien über vegane Hundeernährung
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Welche Erfahrungen machen Tierärzte mit veganer Hundeernährung?
Der Tierarzt Dr. med. vet. Uwe Romberger und die Tierphysiotherapeutin und Fachberaterin für Tiergesundheit Christine Burggraf berichten über ihre Erkenntnisse bezüglich der rein pflanzlichen Fütterung von Hunden. Auch die Tierärztin Lisa Walther teilt in diesem Artikel ihre Erfahrungswerte mit Dir.
Hunde vegan ernähren – unsere Erfahrungen
Von Christine Burggraf (Fachberaterin für Tiergesundheit, Tierphysiotherapeutin für Physikalische Therapie) und Dr. med. vet. Uwe Romberger (Fachtierarzt für Kleintiere)
Bevor wir selbst vegan lebten…
Hunde vegan zu ernähren, das geht nicht. Das glaubten wir früher auch. Evtl. könnte man Hunde vegetarisch ernähren, meinten wir, ohne gründlich darüber nachzudenken. Vegetarisch, ohne Fleisch füttern, dann müssen keine anderen Tiere dafür sterben. Irrtum! Die Milch- und Eierproduktion verursacht ebenso wie die Fleischproduktion unendliches Tierleid! Vegetarische Ernährung bringt keinen wirklichen Vorteil, weder für die Tiere noch für die Umwelt und auch nicht für die Gesundheit.
Die meisten Menschen sind durch ihre Erziehung und ihre Gewohnheiten auf Mischkost geprägt. Das waren auch wir. Nach einer Zeit der Suche von Antworten auf verschiedene Fragen zu gesundheitlichen Aspekten, zu Umwelt- und Ernährungsproblemen und nicht zuletzt auf Fragen des Tierschutzes sowie nach einer Zeit der Beobachtung von Entwicklungen in unserer Umgebung entschieden wir Anfang 2015, uns selbst vegan zu ernähren.
Wie unser ganzes Rudel durch die Hündin Rosine vegan wurde
Zeitgleich zu dieser Entscheidung sollte ein neuer Hund in unsere Familie aufgenommen werden. Die weiße Whippethündin namens Rosine, die ein schwarzes Ohr hat, war neben einem Rüden die Kräftigste und Munterste in dem Wurf von fünf Welpen. Zumindest war das noch drei Wochen vor dem Zeitpunkt der Fall, als wir sie abholten…
Die Welpen hatten bis zu diesem Zeitpunkt nur Muttermilch erhalten. Doch dann wurde sie mit Fleisch und normalem Welpen-Trockenfutter zugefüttert. Wir nahmen eine überraschend ruhige, fast kümmerliche, kleine Welpengestalt in Empfang. In der nächsten Woche fraß Rosine jedes Futter genau ein Mal. Offensichtlich ging es ihr jedes Mal nach dem Essen nicht gut. Das sahen wir uns vier Tage lang an. Nach weiteren vier Tagen wussten wir, was los war. Das waren vier lange Tage voller Blutentnahmen, Röntgen, Ultraschall, Computertomographie und Gewebeprobenuntersuchungen bei einem Welpen, der fast nichts fraß und immer schwächer wurde! Es war für uns Tiermediziner eine lehrreiche Tierhaltererfahrung. Rosine litt an einem sehr seltenen Enzymdefekt im Harnstoffzyklus und konnte kein tierisches Eiweiß verarbeiten. Wir glauben, die kleine Whippethündin wäre gestorben, wäre sie nicht zu uns gekommen.
Das war ein Zeichen für uns! Rosine wurde ab sofort vegan, also rein pflanzlich ernährt und es ging ihr gut. Sie entwickelte sich zu einem ganz normalen Windhund, leistungsfähig und voller Lebensfreude.
Mit Rosine wurde unser ganzes Rudel vegan. Es bestand neben Rosine aus fünf weiteren Whippets, einem Italienischen Windspiel, einer Huskyhündin, ab 2016 aus einem weiterem Whippetwelpen und uns selbst.
Was man bei der rein pflanzlichen Ernährung beachten sollte
Um sich vegan gesund und richtig zu ernähren, sollte man sich mit seiner Ernährung und der Nahrung, die man zu sich nimmt, intensiv beschäftigen. Das gilt für unsere Hunde ebenso wie für uns Menschen.
Man kann sehr gut vegane Rationen selber frisch zusammenstellen und abwechslungsreich gestalten. Das ist jedoch aufwendig und man braucht einiges an Wissen, Zeit und Lust dafür.
Inzwischen gibt es glücklicherweise auch zahlreiche qualitativ hochwertige vegane Fertigfuttermittel; sowohl Feuchtfutter als auch Trockenfutter sowie vegane Hundesnacks.
Dem Hund ist es egal, woher er sein Eiweiß bekommt. Fleisch ist für die Hundeernährung nicht notwendig und ebenso wenig Milch und Eier. Wichtig bei der Hundefütterung ist, dass alle essentiellen Aminosäuren in der Nahrung enthalten sind. Diese sind lebensnotwendig und können vom Körper nicht selber hergestellt werden.
Es ist erstaunlich, wie gut rein pflanzliche Kost den Hunden schmeckt. Einige ausgewählte Proteinquellen seien hier aufgezählt: Soja/Tofu, Seitan aus Weizen, Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen sowie Kartoffeln. Wir haben bei uns selber und bei drei unserer 9 Hunde eine Soja/Tofu-Unverträglichkeit bemerkt, die sich in Verdauungsstörungen äußerte. Es ist jedoch überhaupt kein Problem auf diese Eiweißquelle zu verzichten.
Eiweißunverträglichkeiten und Allergien auf Fleisch und Milch sind inzwischen bei Hunden, die tierische Proteine bekommen, sehr weit verbreitet. Pflanzliche Eiweiße bieten eine sehr gute und gesunde Alternative für die Ernährung.
Alle Nährstoffe müssen in ausreichender Menge im Futter für den Hund vorhanden sein. Gerade pflanzliche Fette mit einem Verhältnis der Fettsäuren Omega 3 zu Omega 6 bis 1:6 sind für Hunde ebenso gesund wie für Menschen.
Tierische Eiweiße und Fette haben inzwischen den Ruf, krank zu machen und Krebs auszulösen. Viele der „modernen“ Krankheiten bei Menschen und Hunden sollen durch Nahrungsmittel tierischer Herkunft hervorgerufen werden. Auch vegetarische Ernährung enthält tierisches Eiweiß und tierische Fette in Milch, Milchprodukten und Eiern. Die vegane Ernährung ist nachweislich die gesündeste Ernährung für Menschen und Hunde.
Für die menschliche Nahrung und für Hundefutter müssen immer noch zahllose Nutztiere leiden und sterben. Diese „Nahrungstiere“ müssen bis zu ihrem Tod mit wesentlich mehr Pflanzen ernährt werden, als wenn man diese Pflanzen sofort für die Menschen- und Hundeernährung anbauen würde. Alle Menschen könnten so gesund ernährt werden und niemand müsste ein schlechtes Gewissen bei der Fütterung seines Hundes haben. Wir möchten nicht ausrechnen, wie viele „Futtertiere“ sterben müssten, wenn wir unsere neun Hunde nicht vegan ernähren würden!
Unser Fazit zur veganen Lebensweise bei Hund und Mensch
Wir sind mit all unseren Hunden voller Freude sportlich aktiv. Die vegane Ernährung beeinflusst die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit positiv. Niemand in unserem Rudel leidet an Übergewicht und an anderen „Zivilisationskrankheiten“. Die Kombination aus Lebensfreude, gesunder Ernährung und maßvoller körperlicher Aktivität ist der Schlüssel für menschliches und tierisches Wohlbefinden!
Dr. med. vet. Uwe Romberger, erreichbar unter der E-Mail-Adresse dr.uwe-romberger@tierklinik-regensburg.de und Christine Burggraf, erreichbar unter christine-burggraf@tierphysiotherapie-regensburg.de.

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema vegane Hundeernährung – im Studium, im Beruf und Privatleben
Von Tierärztin Lisa Walther
Dass ich einmal Tierärztin werde, war wahrscheinlich schon immer klar. Bereits als kleines Kind hatte ich ein sehr großes Interesse an Tieren und wunderte mich, dass es meinen gleichaltrigen Freunden nicht genauso ging.
Viele Jahre später ging ich tatsächlich zur Uni und war anfangs voller Ideale. Für mich war vollkommen klar, dass Veterinäre dafür da sind, Tiere zu beschützen und zu heilen. Ich war damals bereits Vegetarier und wurde bald zum Veganer. Leider wurde ich während des Studiums schnell desillusioniert…
Eine einzige Lehrstunde über Tierschutz stand vielfachen Lehrinhalten zur Tierhaltung, Euter- und Klauengesundheit, Lebensmittel- und Fleischhygiene, Milch, Bestandsbetreuung usw. entgegen. Ein Großteil der Kommilitonen belächelte und verspottete hoffnungslose Romantiker wie mich, die ausschließlich an das Tierwohl dachten. Die Professoren redeten vor allem über wirtschaftliche Faktoren und über die sogenannten Nutztiere, die so widerstandsfähig wie machbar seien müssen, um den größtmöglichen Ertrag erzielen zu können.
Ich zweifelte lange an meinem Berufsstand, entschied mich aber dafür, mir selbst treu zu bleiben. Mit der Spezialisierung auf den Bereich Tierernährung beschäftigte ich mich zusehends mit der veganen Fütterung unserer Haustiere. Und entschied mich dazu, meine Hunde (die zuvor gebarft wurden) versuchsweise vegan zu bekochen.
Die Kritik anderer Menschen war groß, das Verständnis gering. Meine Vierbeiner nicht artgerecht zu behandeln war ein häufig gehörtes Argument. Aber ich lernte schnell, dass das einfach nur kleingeistige Gedankengänge sind.
Meine Hunde vertrugen die neuen Mahlzeiten nämlich super und leeren auch heute noch mit großem Appetit ihren vegan gefüllten Futternapf. Sie sind gesund, riechen nicht unangenehm, verlieren nicht ungewöhnlich viel Fell, glänzen aber ganz wunderbar. Die Verdauung funktioniert noch etwas besser als beim Barfen. Zahlreiche Hundebesitzer konnten mir bestätigen, dass sie ganz ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Einige chronisch erkrankte Vierbeiner gesundeten sogar durch die vegane Ernährung.
Die Frage, ob das denn nun alles artgerecht sei, stellt sich mir selbst mittlerweile nicht mehr. Man spürt, wenn seine Vierbeiner glücklich sind und das zeigen sie mir jeden Tag. Ab und an fängt meine Romi eine Maus, trägt sie ein paar Meter mit sich und setzt sie wohlbehalten vorm nächsten Mauseloch ab. Sie ist eben kein Wolf, sondern ein ganz normaler Hund, der seine veganen Mahlzeiten liebt.
Tierärztin Lisa Walter, erreichbar unter der E-Mail-Adresse info@dietpet.vet.
Weitere Infos zu diesem Thema findest du in dem Artikel „Was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund vegan füttern will?“ von Lisa Walther.
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Hast Du bereits positive Erfahrungen mit veganer Hundeernährung gemacht? Verrate es uns gerne in den Kommentaren!
Wie du die vegane Ernährung deiner Katze praktisch umsetzen kannst
In unserem ersten Artikel über vegane Ernährung von Katzen hast du bereits erfahren, dass auch sie rein pflanzlich gefüttert werden können. Denn bei der pflanzlichen Ernährung der Samtpfoten müssen dieselben drei Anforderungen erfüllt werden wie bei Hunden: Akzeptanz, Verdaulichkeit und Bedarfsdeckung. Und das kann auch bei Katzen erreicht werden, auch wenn aus Mangel an Erfahrungen und einschlägigen Studien meist das Gegenteil behauptet wird.
Allerdings ist die praktische Umsetzung der veganen Fütterung bei Katzen tatsächlich komplizierter als bei Hunden. Die Bedarfsdeckung ist bei ihnen schwieriger zu gewährleisten. Und auch ihre sehr ursprünglichen Ernährungsgewohnheiten können hier zu Problemen führen.
Wie du es dennoch schaffen kannst, deine Katze pflanzlich zu ernähren, erfährst du in diesem Artikel.
Informiere dich umfassend über vegane Katzenernährung und nutze spezialisierte Beratungen
Wenn es Katzen an wichtigen Nährstoffen mangelt, kann das sehr schnell zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen! Es gibt sowohl einige vegane Futtermittel, die für Katzen entwickelt wurden, als auch Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. Algenöl, die dem Futter hinzugefügt werden können. Doch das allein sichert nicht ab, dass Katzen durch die pflanzliche Nahrung bedarfsdeckend versorgt werden.
Darum ist es unerlässlich, sich gründlich zu informieren und die vegane Ernährung der Katze sehr gut zu planen. Dabei kann natürlich Fachliteratur sehr hilfreich sein, beispielsweise die Artikel des Tiermediziners Andrew Knight, der Experte auf diesem Gebiet ist.
Auch das neue Unternehmen More than Vood, bei dem es bald bedarfsdeckendes, veganes Katzenfutter geben wird, bietet künftig wertvolles Informationsmaterial zu diesem Thema.
Wir raten zudem ausdrücklich zu einer Rationsberechnung bzw. -überprüfung durch einen Tierarzt, der auf die vegane Fütterung von Katzen spezialisiert ist. Die Rationsberechnung gilt als die beste und bewährteste Methode zur Prüfung der Deckung des Nährstoffbedarfs. So werden Mangelerscheinungen und ernährungsbedingte, gesundheitliche Probleme vorhindert.
Eine solche individuelle Rationsberechnung und Beratung kannst du z. B. bei DietPet bekommen. Diese Berechnungen basieren auf den Bedarfszahlen, die in Nutrient requirements of dogs and cats, einem Standardlehrwerk für angehende Veterinäre sowie für Spezialisten für Tierernährung von Hunden und Katzen, genannt werden. Es enthält genaue Aufschlüsselungen dazu, wie viel von jedem Nährstoff ein Tier in verschiedenen Leistungsstadien benötigt. Durch diese Informationen konnten Programme entwickelt werden, die den individuellen Bedarf eines bestimmten Tiers ermitteln. Hierbei werden z. B. das Alter, der Gesundheitszustand und evtl. Besonderheiten mitberücksichtigt.
Wie du die Ernährung deiner Katze auf veganes Futter umstellst
Derzeit ist es leider noch nicht möglich, Kitten komplett vegan zu ernähren. Doch wenn du anstrebst, deine Jungkatze in der Zukunft vegan zu ernähren, solltest du ihr bereits jetzt ein klein wenig pflanzliches Futter anbieten. So kannst du sie schon früh an den Geschmack gewöhnen. In der Sozialisierungsphase (8.-12. Lebenswoche) findet nämlich auch die Futterprägung statt.
Bei ausgewachsenen Katzen sollte der Prozess der Futterumstellung unbedingt sehr langsam und behutsam erfolgen. Druck und Stress sind hier völlig fehl am Platz! Es wird mindestens zwei bis drei Wochen dauern, bis die Umstellung erfolgt ist. Auch kleine Fortschritte zählen! Wenn du neben Nassfutter auch Trockenfutter anbietest, solltest du übrigens erst eine der beiden Futterarten umstellen und die andere vorerst beibehalten.
In der Umstellungsphase fütterst du anfangs z. B. ein Viertel des neuen, veganen Futters und drei Viertel der gewohnten Futtersorte. Den Anteil des neuen Futters steigerst du nach und nach, bis die Futterumstellung zu 100 % realisiert worden ist.
Wenn deine Katze das Futter dennoch nicht gut annimmt, kannst du seinen Geschmack verbessern. Achte darauf, dass es Zimmertemperatur hat, damit sich sein Aroma besser entfalten kann. Zusätzlich kannst du natürliche Geschmacksverstärker wie Hefeflocken oder Nori-Algen hinzufügen. Auch etwas Kokosflocken, Räuchertofu oder Sojamilch machen das Futter schmackhafter.

FAQ zur veganen Katzenernährung
Womit kann ich meine Katze füttern?
Entweder fütterst du nur Feuchtfutter oder bietest zusätzlich dazu noch einen Teil Trockenfutter an. Als Nassfutter kommen Fertigfutter oder selbstgekochte Rationen infrage.
Woraus sollten die veganen Futterrationen bestehen?
Eine Ration sollte aus hochwertigen Proteinen, gesunden pflanzlichen Fetten, einer geringen Menge Kohlenhydraten und Gemüse bestehen und – sobald verfügbar – einem guten Komplettsupplement.
Isolate aus Hülsenfrüchten wie Soja oder verarbeitete Produkte wie z. B. Tofu sind gut zur Deckung des Proteinbedarfs geeignet.
Passende Öle sind z. B. Nachtkerzen- und Hanföl mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (diese dürfen allerdings nicht erhitzt werden).
Welches gute Komplettsupplement gibt es für Katzen?
Für Hunde gibt es bereits Pulver mit allen notwendigen Nährstoffen. Durch diese werden die selbstgekochten Rationen bedarfsdeckend.
Leider gibt es noch kein solches empfehlenswertes Produkt für Katzen, es wird aber daran gearbeitet. Bis auf weiteres müssen ggf. mehrere Nahrungsergänzungsmittel zu den Futterrationen hinzugefügt werden.
Wie stelle ich fest, ob meine vegan ernährte Katze gesund ist?
Bei selbstgekochtem Futter kann nur durch die Rationsüberprüfung zuverlässig festgestellt werden, ob alle Nährstoffe ausreichend enthalten sind.
Bei sogenannten Alleinfuttermitteln besteht leider das Risiko einer falschen Deklaration durch den Hersteller. Bitte ihn daher am besten um die Produktanalyse und lasse diese auf Bedarfsdeckung prüfen.
Durch ein Blutbild kann die Qualität der Ernährung nicht sicher bestimmt werden! Denn abweichende Blutwerte können als Mangel oder Überschuss fehlgedeutet werden, obwohl eine Krankheit sie verursacht hat.
Zur Überprüfung des Gesundheitszustandes sind große Blutbilder jedoch sinnvoll. Zudem sind Organwerte wie z. B. die der Nieren oder der Schilddrüse hilfreich, da man ggf. das Futter an diese anpassen sollte.
Bitte beachte ganz besonders, dass deine Katze alle essentiellen Stoffe wie Taurin, Vitamin A, Vitamin D, Arachidonsäure, Arginin und Niacin erhält. Mehr zu den einzelnen Nährstoffen und ihrer Funktion erfährst du in diesem Artikel über vegane Ernährung bei Katzen.
Quelle: Workshop zu veganer Hunde- und Katzenernährung von More than Vood am 22.09.22.
Über das Magazin
Nadine Stahlschmidt, Gründerin und Inhaberin von love & peas
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