4 gute Gründe für die vegane Ernährung von Hunden und Katzen
Für die meisten Menschen ist es leider noch immer undenkbar, keine Tierprodukte zu konsumieren. Und das trotz der Tatsache, dass Dank allen verfügbaren Informationen und dem riesigen Markt an pflanzlichen Produkten heute kein vegan Lebender auf irgendetwas verzichten muss.
Selbst viele Veganer haben massive Vorbehalte gegenüber einer pflanzlichen Ernährung, wenn es um ihre Haustiere geht. Unserer Meinung nach beruht das auf Vorurteilen, die verhindern, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Darum wollen wir Dir nun vier gute Gründe dafür nennen, auch Deine Hunde und Katzen rein pflanzlich zu füttern.
1. Jedes Tier hat das Recht auf ein Leben ohne Ausbeutung
Den sogenannten „Nutztieren“ wird durch die Erzeugung von Tierprodukten erhebliches Leid angetan – und das, obwohl wir alle sehr gut ohne diese Waren auskommen. Auch die Tierhaltung in Biobetrieben macht leider keinen wesentlichen Unterschied. Und am Ende steht immer die Tötung eines empfindungsfähigen Wesens, das leben wollte.
Nur der Boykott dieser Industrie durch eine vegane Lebensweise kann etwas daran ändern. Inzwischen ist bekannt, dass auch Hunde und Katzen keine Nährstoffe tierischer Herkunft benötigen. Es gibt ein großes Angebot gesunder und hochwertiger veganer Futtermittel, Leckerlis usw.
Es gibt somit keinen Grund mehr, weiterhin andere Lebewesen für unsere geliebten tierischen Freunde unnötig leiden zu lassen.
2. Pflanzliche Ernährung ist auch für Hunde und Katzen gesund
Moderne rein pflanzliche Futtersorten, umfassende Informationen und ggf. eine professionelle Beratung ermöglichen die vegane Ernährung von Haustieren wie Hunden und Katzen. Aussagen wie z. B. „Hunde brauchen Fleisch“ sind ernährungsphysiologisch längst widerlegt worden.
Bei einigen Erkrankungen oder auch Futtermittelallergien kann vegane Ernährung zudem sehr hilfreich sein und gesundheitliche Probleme oft lindern oder gar beseitigen. Wichtig ist hierbei (genau wie bei uns Menschen), sich großes Wissen darüber anzueignen und sich bei Bedarf von Spezialisten auf diesem Gebiet Unterstützung zu holen.
Wir von love & peas können Dir diesbezüglich von Herzen den Tierarzt Dr. med. vet. Uwe Romberger empfehlen, der auf die vegane Ernährung von Hunden spezialisiert ist.
3. Die vegane Lebensweise ist umweltfreundlich
Waren tierischer Herkunft sind nicht nur mit unermesslichem Leid und zahlreichen Grausamkeiten verbunden, sondern schädigen auch die Umwelt.
U. a. vergeudet ihre Erzeugung Ressourcen wie z. B. Wasser und Energie, sie verunreinigt die Böden und führt zur Abholzung des Regenwaldes. Auch die Entwaldung und Klimaschädigung gehören zu ihren Folgen, zudem zerstört man so den globalen Wasser- und Sauerstoffkreislauf. Das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten hängt ebenfalls damit zusammen.
Darüber hinaus verschwendet die Herstellung nicht-veganer Produkte massiv Pflanzennährstoffe, weil diese sozusagen den „Umweg“ über das Tier nehmen. Vernünftiger und nachhaltiger ist es selbstverständlich, auf diese zu verzichten und direkt pflanzliche Kost zu sich zu nehmen. Das gilt natürlich ebenso für unsere Hunde und Katzen.

4. Tierprodukte verstärken das Welthungerproblem
Der Konsum von tierischen Produkten verschärft das riesige Welthungerproblem zusätzlich. Und natürlich ist das ganz unabhängig davon der Fall, ob es sich hierbei um Lebensmittel für den menschlichen Verzehr oder z. B. um Hundefutter handelt.
Denn man importiert Futtermittel für die kommerzielle Tierhaltung aus Regionen, in denen die Menschen sowieso schon aus verschiedenen Gründen unter Hunger leiden.
Ebenso nimmt man ihnen durch den Anbau von Soja oder Getreide zum selben Zweck darüber hinaus die Möglichkeit, diese Flächen anderweitig zu nutzen. Weil die Anbauflächen und Ressourcen für die Herstellung von Tierprodukten vergeudet werden, nimmt man der dortigen Bevölkerung so die Chance, pflanzliche Lebensmittel anzubauen.
Unsere Konsum- und Ernährungsgewohnheiten sind somit ein maßgeblicher Faktor, der das Ende des Hungerproblems in weite Ferne rücken lässt. Würden wir stattdessen vegan leben und auch unsere tierischen Freunde daheim pflanzlich ernähren, wäre eine Lösung in Sicht. Dann würden Ressourcen geschont und keine Pflanzen und Anbauflächen mehr vergeudet, sodass genug Lebensmittel zur Verfügung stünden.
Veganes Tierfutter hat einige Vorteile
Wie Du siehst, macht es durchaus Sinn, auch Haustiere rein pflanzlich zu ernähren. Vor allem Hunde vermissen auch nichts, wenn sie vegan ernährt werden. Denn ihnen schmeckt ihr pflanzliches Futter sehr gut!
Zudem ist es schlicht und einfach konsequent. Denn wie sollen die Tierausbeutung und die weiteren negativen Folgen von tierischen Produkten gestoppt werden, wenn diese ohne Notwendigkeit weiterhin für die Versorgung von Hunden und Katzen konsumiert werden?
Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema findest Du in den Artikeln „Was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund vegan füttern will?“ und „Welche Erfahrungen machen Tierärzte mit veganer Hundeernährung?“.
Denkst Du bereits darüber nach, Deinen Fellfreund vegan zu füttern oder tust Du das vielleicht sogar schon? Schreibe uns dazu gern ein Kommentar.
Die tierethischen Theorien von Peter Singer, Tom Regan und Albert Schweitzer
Der umstrittene australische Ethiker Peter Singer gilt als einer der wichtigsten Begründer der modernen Tierethik und der Tierrechtsbewegung. Das liegt vor allem an seinem 1975 erschienenen Werk Animal Liberation. Dieses Buch prägte die Diskussion über den moralischen Status von Tieren entscheidend und machte den Begriff Speziesismus populär.
Singers konsequentialistische Nutzethik ist eine zweckorientierte Ethik. Eine Handlung wird einzig danach beurteilt, welche Folgen sie hat – und zwar für alle, die von ihr betroffen sind. Der Präferenzutilitarismus (lat. utilitas; Nutzen, Vorteil) Singers soll die individuellen Interessen der Betroffenen fördern und nicht etwa nur das Gemeinwohl vergrößern.
Relevant ist für Singer, dass ein Wesen Präferenzen hat und nicht etwa, welche sonstigen Fähigkeiten es besitzt. Hat ein Lebewesen Interessen (z. B. Schmerzen zu vermeiden, wie es bei allen leidensfähigen Wesen der Fall ist), sind diese zu berücksichtigen und in die moralische Entscheidung für oder gegen eine Handlung mit einzubeziehen.
Für Singer ist nicht wichtig, um wessen Präferenzen es sich handelt, sondern nur der Umstand, dass ein Individuum diese hat. Tierliche Präferenzen sind im gleichen Maße zu berücksichtigen wie menschliche Interessen, denn die diskriminierende Ideologie Speziesismus ist abzulehnen. Denn ebenso wie Rassismus und Sexismus wertet er andere Lebewesen willkürlich aufgrund biologischer Eigenschaften ab. Die Spezieszugehörigkeit eines Wesens rechtfertigt jedoch nicht, seine Interessen zu ignorieren, es zu quälen und zu töten.
Tom Regan – von Menschenrechten zu Tierrechten
Auch der US-Amerikaner Tom Regan veröffentlichte 1983 mit The Case for Animal Rights einen Klassiker der Tierrechtsbewegung und ist mit Singer einer der bedeutendsten Tierethiker. In seinem Buch vertritt er eine abolitionistische (engl. abolition; Abschaffung, Aufhebung) Tierrechtsposition, die jegliche Nutzung empfindungsfähiger Lebewesen durch den Menschen ablehnt.
Seine Theorie der Tierrechte basiert einerseits – wie bei Singer – auf der Empfindungsfähigkeit von Lebewesen. Doch Regan lehnt andererseits die utilitaristische Ethik Singers ab. Denn diese ermöglicht unter bestimmten Umständen eben doch, dass einem Wesen durch eine Handlung Schaden zugefügt wird.
Regans Theorie verhindert das, indem sie jedem Individuum gleichermaßen einen inhärenten Wert zuspricht, der unabhängig von dessen Merkmalen und Fähigkeiten ist. Alle Individuen haben dasselbe Recht auf eine respektvolle Behandlung, die ihrem innewohnenden Wert entspricht.
Sein Rechte-Ansatz ist nicht auf menschliche Wesen begrenzt, da es hierfür keine schlüssige Begründung gibt. Denn jedes Lebewesen ist ein empfindendes Subjekt eines Lebens, „eine bewusste Kreatur mit einem individuellen Wohl, das für uns von Bedeutung ist“*. Das ist für ihn die entscheidende Gemeinsamkeit, die wir alle teilen. Und darum dürfen wir laut Regan auch Tieren nicht ihr Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Freiheit nehmen. Denn wir respektieren andere Lebewesen, indem wir ihre Rechte achten.

Albert Schweitzers biozentrische Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben
Der bekannte Humanist und Universalgelehrte Albert Schweitzer begreift nichtmenschliche Lebewesen als unsere Mitgeschöpfe, die ebenso mit Lebenswillen ausgestattet sind wie wir Menschen. Er vertritt die Ansicht, das menschliche Leben selbst solle nur als ein Teil der gesamten Lebendigkeit dieser Welt betrachtet werden.
Als er seinen eigenen Willen zum Leben durch Selbsterfahrung erkennt, spürt er zugleich die Angst vor der Vernichtung dieses Willens. Diese Gedanken, die auf dem Gebot Jesu Liebe deinen nächsten wie dich selbst beruhen, weitete er auch auf andere Leben aus. Eins seiner bekanntesten Zitate stellt zugleich die Basis seiner Ethik dar. Es lautet: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“*
Schweitzers Maxime Ehrfurcht vor dem Leben beantwortet die Frage nach dem ethisch richtigen Umgang mit Tieren. Denn sie verdeutlicht, dass das gesamte Leben und alles Lebendige in moralische Entscheidungen mit einzubeziehen ist. Gott als Schöpfer von allem Lebendigen wird als das Leben selbst verstanden. Er will das Leben, welches er selbst geschaffen hat, denn alles andere wäre ein Widerspruch in sich.
Nach Schweitzers Pflichtethik gilt es als gut, Leben zu erhalten und zu fördern und als schlecht, Leben zu hemmen und zu zerstören. Wir sollen vermeiden, unnötiges Leid zu erzeugen und einen achtsamen und respektvollen Umgang mit all unseren Mitlebewesen pflegen, deren Wert wir erkannt haben.
Tierethik versus Empathie
Wie du siehst, gibt es in der Tierethik ganz unterschiedliche Ansätze. Zwei weitere Theorien stellen wir dir in unserem Artikel zu Hans Jonas und Arthur Schopenhauer vor. Wenn du mehr über dieses Thema erfahren willst, kannst du in dieser Masterarbeit über ethischen Veganismus die Theorien genau nachlesen.
Doch natürlich braucht es keine tierethischen Theorien, um zu erkennen, dass wir anderen kein unnötiges Leid zufügen sollten. Mitgefühl mit allen Lebewesen zu haben reicht aus, um dies zu erkennen. Wer wirklich ein empathischer Mensch ist, wird zwangsläufig vegan leben.
Auch die vegane Ernährung von Hunden und Katzen ist sehr sinnvoll und verringert Tierleid. Unser Onlineshop bietet ein großes Sortiment rein pflanzlicher Futtersorten und Leckerlis u. v. m.
*Zitate-Quellen:
Regan, Tom: „Wie man Rechte für Tiere begründet.“ In: Naturethik. Grundtexte der gegenwärtigen tier- und ökoethischen Diskussion. Hrsg. v. Angelika Krebs. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1997, S. 42.
Balsiger, Max U.: Albert Schweitzers Ethik des Lebendigen: „Leben inmitten von Leben“. Zürich: Theologischer Verlag, 2007, S. 21.
Die tierethischen Theorien von Arthur Schopenhauer und Hans Jonas
Die Moralphilosophie Arthur Schopenhauers basiert auf dem Affekt Mitleid. Im heutigen Sprachgebrauch kann der schopenhauersche Begriff Mitleid als Empathie verstanden werden. Als die Fähigkeit und Bereitschaft also, sich in andere einzufühlen und z. B. ihre Emotionen und Motive zu erkennen und mit ihnen mitempfinden zu können.
Moralisch handeln wir nach Schopenhauer nur dann, wenn unsere Handlungen altruistisch sind. Das Mitleid ist für ihn der einzige Grund, uneigennützig zu handeln. Doch dafür ist nicht zwingend notwendig, dass wir wirklich Mitleid verspüren. Vielmehr ist es für Schopenhauer die Basis des Grundsatzes, niemandem Leid zuzufügen.
Eine Handlung, die moralischen Wert besitzt, ist für Schopenhauer durch das Wohl und Wehe eines anderen Lebewesens motiviert. Dessen Wohl muss mein Handlungsmotiv sein – und zwar genauso unmittelbar, wie mein eigenes Wohl bei nicht-moralischen Handlungen der Grund für mein Tun ist.
Sein moralischer Grundsatz lautet dementsprechend: Neminem laede; imo omnes, quantum potes, juva. Das bedeutet übersetzt: Verletze niemanden; vielmehr hilf allen, soweit du kannst. Nach Schopenhauers Mitleidsethik sind wir genau dazu verpflichtet.
Da die Ethik Schopenhauers auch nichtmenschliche Lebewesen ausdrücklich in die Moral miteinbezieht, ist auch ihr Wohlergehen zu berücksichtigen. Auch sie sind moralische Objekte. Zudem sieht er keinen absoluten und radikalen Unterschied zwischen Tieren und Menschen.
Tiere sollen nicht wie Dinge behandelt werden, da sie nicht zum Nutzen des Menschen existieren. „Mitleid mit Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, dass man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.“*, so Schopenhauer.
Für ihn sind allerdings nur die leidenden Individuen als solche moralisch relevant. Darum spricht er sich seinerzeit sogar gegen den Vegetarismus aus. Doch damals wusste man noch nicht, dass Menschen problemlos auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichten können. Seine Mitleidsethik verbietet den Konsum leidvoll erzeugter Waren von Tieren – denn heutzutage ist die Produktion und die Tötung mit dem Leid nichtmenschlicher Tiere untrennbar verbunden.

Hans Jonas‘ Prinzip der Verantwortung und die Würde der Kreatur
Die Verantwortungsethik von Hans Jonas ist eng verbunden mit dem Begriff der technologischen Zivilisation, da die Technik fast alle Bereiche des Lebens beeinflusst. Durch das technische Eingreifen des Menschen wird die Natur verletzlich. Denn die moderne Technik ist ausgerichtet auf die Zukunft, auf immer neuen Fortschritt. Dies führt jedoch häufig zu vielen problematischen Folgen wie z. B. dem Verbrauch der Naturressourcen und natürlich zu extremem Tierleid.
Da die Natur durch den technischen Fortschritt stark gefährdet ist, erwägt Jonas, ob der Natur selbst ein sittliches Eigenrecht zukommt. Er geht davon aus, dass die Natur Werte besitzt. Diese leitet er aus ihren Zwecken ab. Da die Hervorbringung des Lebens und das Leben selbst der Zweck aller Zwecke der Natur darstellt, existiert die Natur zur Erfüllung dieses Zwecks. Und wenn die Natur Zwecke hat, dann besitzt sie auch Werte. Nach Jonas sind die Menschen dazu verpflichtet, dem zuzustimmen, denn es ist unmöglich, die Zwecke der Natur zu verneinen.
Das moralisch Gute definiert Jonas als „dasjenige, dessen Möglichkeit die Forderung nach seiner Wirklichkeit enthält und damit zu einem Sollen wird.“* Das Sollen leitet sich aus dem Guten an sich her. Damit das Gute realisiert werden kann, muss der Wille gegeben sein, der Forderung des Guten nach seiner Wirklichkeit zu entsprechen. Umgesetzt wird es durch das Handeln. Das erreichbare, mögliche Gute appelliert an die Menschen. Sie besitzen ein Gefühl der Verantwortlichkeit. Jonas definiert Verantwortung als „die als Pflicht anerkannte Sorge um ein anderes Sein.“*
Auch Tiere besitzen einen Eigenwert, denn auch sie streben Zwecke an. Einen Wert haben Kreaturen dann, wenn sie um ihrer selbst Willen zu respektieren sind; sie dürfen dann nicht mehr als bloßes Mittel angesehen werden. Nichtmenschliche Lebewesen haben somit eine Würde. Ihr Wohlbefinden ist darum moralisch zu berücksichtigen, was jedoch in der Tierprodukte-Industrie generell missachtet wird. Doch Tieren darf weder unnötiges Leid zugefügt werden, noch darf man sie töten. Und das lässt sich nur durch die vegane Lebensweise realisieren.
Gelebtes Mitgefühl führt zum Veganismus
Wie du in diesem und dem Artikel zu den Theorien von Singer, Regan und Schweitzer gesehen hast, gibt es verschiedene tierethische Ansätze. Wenn du Genaueres über diese Theorien erfahren willst, kannst du sie in der Masterarbeit über ethischen Veganismus nachlesen.
Doch wer ein wahrhaftig mitfühlender Mensch ist, wird sowieso keinem Lebewesen unnötiges Leid zufügen wollen. Und dazu benötigen wir keine tierethischen Theorien, so interessant diese auch sein mögen. Wer Tiere nicht abwertet, weil sie keine menschlichen Wesen sind, wird früher oder später vegan leben.
Auch für die Herstellung von konventionellen Futtermitteln leiden Tiere. Darum ist es sinnvoll, auch Hunde und Katzen vegan zu ernähren. Informationen dazu findest du u. a. in unserem Artikel zu veganer Hundeernährung.
*Zitate-Quellen:
Schopenhauer, Arthur: Preisschrift über die Grundlage der Moral. Mit e. Einl., Bibliogr. u. Reg. Hrsg. v. Hans Ebeling. Hamburg: Meiner, 1979, S. 139.
Jonas, Hans: Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1985, S. 153.
Jonas, Hans: Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1985, S. 391.
Über die Entwicklung des Veganismus, der Tierethik und der Tierrechtsbewegung
Der Zusammenhang zwischen Veganismus, Tierethik und Tierrechtsaktivismus
Die Tierrechte und der Veganismus sind spätestens seit Beginn der modernen Tierethik untrennbar miteinander verbunden. Dies ist zu einem großen Teil Peter Singer zuzuschreiben, der mit seinem 1975 erschienenen Werk Animal Liberation einen Klassiker der Tierrechtsbewegung schuf.
Doch auch wenn die eigentliche Tierrechtsbewegung erst seit wenigen Jahrzehnten existiert: die Grundlage für ihre Entstehung geht bis in die Antike zurück. Erste tierethische Ansätze stammen aus dieser Zeit. Ebenso hat der Vegetarismus eine lange Historie, was somit auch für seine konsequenteste Form, den Veganismus, gilt.
Die ethisch motivierte vegane Lebensweise und der Einsatz für Tierrechte gehören zwingend zusammen. Tierrechtsaktivisten fordern gewisse Grundrechte für nichtmenschliche Lebewesen ein; dazu gehören vor allem das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit sowie Freiheit. Denn wenn Tieren diese Rechte zugesprochen würden, würde ihnen kein Leid mehr durch die Erzeugung von Tierprodukten, die Durchführung von Tierversuchen oder andere Formen der Ausbeutung zugefügt. Selbstverständlich boykottieren Veganer deshalb soweit möglich alles, was zu unnötigem Tierleid führt.
Ebenso basiert die Tierrechtsbewegung auf tierethischen Theorien wie etwa dem Pathozentrismus. Empfindungsfähigen Wesen wird hier ein moralischer Eigenwert zugesprochen und ihre Interessen – z. B. keine Schmerzen zugefügt zu bekommen – sollen berücksichtigt werden. Weil sie Leid empfinden können, sind sie schutzbedürftig. Dies begründet die ethische Notwendigkeit von Tierrechten und auch dem Veganismus.
Die Geschichte des Vegetarismus – eine kurze Zusammenfassung
Religiös und ethisch motivierter Vegetarismus in der Antike
Der Vegetarismus beginnt in Indien ab dem 8. Jh. v. Chr. durch die Entstehung einer Vorläuferform des Hinduismus. Einfluss auf die Verbreitung des Vegetarismus nimmt der Glaube an die Wiedergeburt und die Lehre des Karmas, nach der jede Handlung eine kausale Wirkung nach sich zieht und Leid möglichst verhindert werden soll.
Das Gewaltlosigkeitsprinzip Ahimsa entwickelt sich später zu dem höchsten ethischen Grundsatz der östlichen Religionen. Auch aufgrund dieses Prinzips leben viele Buddhisten und Jainisten vegetarisch.
Durch den Einfluss des Hinduismus bleibt der Vegetarismus jahrhundertelang bestehen. Aktuell sind 30-40 % der indischen Bevölkerung Vegetarier.
Im 6. Jh. v. Chr. sind die Orphiker die ersten Vegetarier im griechischen Altertum. Auch sie glauben an die Wiedergeburt. Darum essen sie auch keine Eier, denn sie sehen diese als beseelt an. Die Pythagoreer verzehren ebenfalls weder Fleisch noch Eier. Ihr Name geht auf Pythagoras (ca. 570-500 v. Chr.) zurück, der als Begründer des ethischen Vegetarismus gilt.
Der Vegetarismus im Zeitalter der Aufklärung
In Europa gerät der Vegetarismus lange Zeit in Vergessenheit, bis er im 17. und 18. Jh. wieder neue Wurzeln zu schlagen beginnt.
Sowohl antikes Wissen über den Vegetarismus als auch spirituelles Fasten und christliche Inhalte zur Askese sind in der Renaissance präsent. Das Wissen über diese Inhalte verbreiten religiös motivierte Personen und Kleingruppen.
Der Vegetarismus ist zu dieser Zeit überwiegend religiös-spirituell motiviert, beinhaltet aber auch tierethische Aspekte.
Im 18. Jahrhundert verbreitet sich durch den Beginn der modernen Naturwissenschaften zunehmend eine rationalistische Denkweise. So stellt man sich nun auch verstärkt die Frage, welche Vernunftpflichten der Mensch den Tieren gegenüber hat.

Der organisierte Vegetarismus des 19. und 20. Jh.
Im 19. Jahrhundert verstärkt sich die Ablehnung gegenüber dem exklusiv christlichen, naturalistisch-rationalistisch geprägten Menschenbild zunehmend.
Der Vegetarismus wird während des Zeitalters der Industrialisierung zu einer zentralen Strömung der Lebensreformbewegung. Vegetarismus und Tierethik werden nun immer bedeutsamer und man hat mehr und mehr das Tier um seiner selbst willen im Blick.
Es entstehen die ersten vegetarischen Verbände und 1944 in Leicester auch der erste vegane Verein, die Vegan Society. In den 1970er Jahren beginnt im angelsächsischen Raum die moderne Tierethik, die zu der Tierrechtsbewegung führt. Vegetarismus und Tierethik sind nun eng miteinander verbunden.
Erste Gedanken zur Tierethik
Die ersten Argumente und Gedankengänge, die man als tierethisch bezeichnen kann, lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Hier nun einige Beispiele dazu.
- Die vegetarischen Jainas im antiken Indien sehen jedes Lebewesen als „eine gleichwertig existierende Einzigkeit“ an und setzen die Ahimsa-Lehre konsequent um. Sie vermeiden sogar, Kleinstlebewesen wie z. B. Insekten versehentlich zu töten.
- Auch Pythagoras (ca. 570-500 v. Chr.) und Empedokles (490-430 v. Chr.) formulieren bereits tierethische Ansätze. Beide vertreten die Lehre der Seelenwanderung und sind deshalb gegen den Fleischkonsum. Aufgrund der physiologischen Verwandtschaft zwischen Mensch und Tier gilt zudem das pythagoreische Gebot der Tierschonung, nach dem keinem Tier Unrecht getan werden dürfe. Empedokles ist der erste, der eine glückliche Urzeit beschreibt, in der Mensch und Tier friedlich miteinander leben und sich gegenseitig kein Leid zufügen.
- Theoprastos (ca. 370-287 v. Chr.) lehnt Tieropfer ab, weil den Tieren durch ihre Tötung Unrecht zugefügt wird. Er ist vermutlich der erste, der die These vertritt, dass zwischen Menschen und Tieren eine Art Rechtsverhältnis besteht.
- Plutarch (ca. 45-120) verfasst die ersten bis heute erhaltenen Schriften über den Vegetarismus und schreibt auch über Tierethik. Tierliebe und Tierwohl stehen bei ihm im Fokus. Als erster äußert er explizit, dass Tiere nicht zugunsten des menschlichen Nutzens existieren.
- Für den Engländer Thomas Tryon (1634-1703) ist die vegetarische Ernährung u. a. mit Barmherzigkeit und Gerechtigkeit gegenüber Tieren verbunden.
- John Wesley (1703-1791) ermahnt die Menschen, einen mitleidigen und barmherzigen Umgang mit den Tieren zu pflegen.
- Gustav Struve (1805-1870) gilt als der Begründer des Vegetarismus in Deutschland. Er ist aus tierethischen Gründen Vegetarier und vertritt eine Ethik, die alle Lebewesen achtet.
- Der britische Lehrer, Reformer und Tierethiker Henry S. Salt (1851-1939) lehnt die Tötung von Tieren zur Fleischerzeugung aus tierethischen Gründen generell ab, weil die Schlachtung Leid erzeugt. Er tritt als Erster in seinem 1892 veröffentlichten Werk Animals’ Rights für Tierrechte ein.
Die Verbreitung des Veganismus schreitet voran
Inzwischen stoßen die Themen Vegetarismus beziehungsweise Veganismus, Tierethik und Tierrecht zunehmend auf gesellschaftliche Resonanz. Nicht zuletzt durch die Zunahme von veganen Produkten, Gastronomiebetrieben und Rezepten (online und im Printbereich) ernähren sich immer mehr Menschen pflanzlich oder leben konsequent vegan. Weltweit gibt es 500 Millionen Veganer, 1,58 Millionen davon leben in Deutschland.
Wenn du konsequent sein möchtest und auch deine Katze oder deinen Hund vegan ernähren willst, findest du dazu eine Vielzahl von Produkten in unserem Onlineshop.
Speziesismus und Karnismus als Ursachen der Tierausbeutung
Noch immer werden unzählige Tiere von uns Menschen ausgebeutet, gequält und umgebracht – und all das vollkommen unnötig. Warum ist das so, was sind die dahinterliegenden Ursachen dieses Problems? Dies erfährst du in diesem Artikel.
Die diskriminierende Ideologie Speziesismus
Der Begriff Speziesismus wurde von dem Psychologen Richard Ryder bereits im Jahre 1970 geprägt, doch erst einige Jahre später durch den Ethiker Peter Singer populär. Singer definiert den Terminus Speziesismus als „ein Vorurteil oder eine Befangenheit gegenüber den Interessen von Mitgliedern der eigenen Spezies, gerichtet gegen die Interessen der Mitglieder anderer Spezies.“*
Das bedeutet, dass die Zugehörigkeit eines Wesens zu einer anderen Art als der des Homo sapiens von speziesistisch eingestellten Menschen als Grund dafür genommen wird, diese Wesen abzuwerten. So werden sie zugunsten des menschlichen Nutzens gequält und getötet. Die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund deren Spezieszugehörigkeit ist somit ein Vorurteil, das die Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren zur Folge hat.
Singer verwendet den Terminus Speziesismus analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus. Denn auch rassistische oder sexistische Einstellungen führen dazu, dass Lebewesen aufgrund biologischer Eigenschaften diskriminiert werden. Da diese Eigenschaften jedoch keinerlei moralische Bedeutung haben, ist es selbstverständlich Unrecht, einem Wesen Leid zuzufügen oder es zu töten, nur weil es nicht der eigenen Art angehört.
Nach Singer muss die Rücksichtnahme auf die Interessen eines Wesens nach dem Gleichheitsprinzip auf alle Lebewesen ausgedehnt werden – unabhängig davon, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe dieses Lebewesen hat und ob es menschlich oder nichtmenschlich ist.

Karnismus – die Psychologie des Fleischessens
Die Sozialpsychologin Dr. Melanie Joy entwickelte die Theorie des Karnismus, der Psychologie des Fleischessens. Hierbei handelt es sich um eine Ideologie, die besagt, es sei normal, notwendig und natürlich, Tierprodukte zu konsumieren. Diese Ideologie stellt ein – für uns unsichtbares – gesellschaftliches Glaubenssystem dar, das kulturell geprägt ist. Durch unsere Überzeugungen haben wir keine Empathie für die ausgebeuteten Tierarten übrig und sind teilnahmslos gegenüber ihrem Leid.
Zudem gibt es einige Verteidigungsmechanismen, die dies verstärken und aufrechterhalten. Die Werbung suggeriert uns eine vermeintlich heile Welt bei der Erzeugung von Tierprodukten, die im Verborgenen stattfindet. Außerdem werden die Tiere nicht mehr als Individuen wahrgenommen. Wir nehmen dadurch das Tier, das für das Fleisch, die Eier oder die Milch gelitten hat, nicht mehr als solches wahr – gesehen wird nur noch die Ware oder die Mahlzeit. Und das, obwohl die meisten Menschen sich unwohl dabei fühlen, Tieren Leid zuzufügen. Zudem existieren einige Mythen, durch die die Tierausbeutung gerechtfertigt werden soll. Es wird z. B. behauptet, Fleisch zu essen sei natürlich und notwendig. Gut Informierte wissen, dass das nicht stimmt; wir benötigen gar keine Tierprodukte.
Die Basis des Karnismus ist die Gewalt gegen Tiere. Die soziale Norm, nichtmenschliche Lebewesen zu essen und auf ihren Nutzen für uns zu reduzieren, verhindert, dass wir diese Grausamkeit hinterfragen. Sie verhindert, diese ethische Problematik und die maßlose Ungerechtigkeit, die damit verbunden ist, zu sehen.
Doch man kann sich dessen bewusst werden – und erkennen, dass es nur gerecht ist, tierfreundlich zu konsumieren. Denn wir benötigen keine Tierprodukte und wollen selbst auch nicht ausgebeutet werden!
Tiere sind nicht für uns da, sondern mit uns hier!
Nur weil uns diese diskriminierenden Ideologien geprägt haben, bedeutet das nicht, dass wir weitermachen müssen wie bisher. Im Gegenteil: Wenn wir uns dieser Mechanismen bewusst sind, können wir uns ihnen entziehen und es in Zukunft besser machen. Indem wir Tierausbeutung vermeiden und vegan leben!
Da Tiere auch unter der Produktion von konventionellem Tierfutter für Hunde und Katzen leiden, solltest du auch über eine vegane Ernährung deiner Fellfreunde nachdenken. In unserem Shop findest du eine große Auswahl rein pflanzlicher Futtermittel.
*Zitat-Quelle:
Singer, Peter: Befreiung der Tiere. Eine neue Ethik zur Behandlung der Tiere. Übers. v. Elke vom Scheidt. München: Hirthammer, 1982, S. 26.
Über das Magazin
Nadine Stahlschmidt, Gründerin und Inhaberin von love & peas
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